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Bild zeigt ein Logo auf dem auf weißem Hintergrund mit roter Schrift 'Café de la Vida' steht

Wir haben Ehrenamtliche des Café de la Vida vom Pilotprojekt „Von der Ackerscholle bis zum Konsumenten: Lebensmittel lokal, transparent, nachhaltig, inklusiv, fair und ökologisch erzeugen und vermarkten interviewt. In fünf Fragen stellen sie das Projekt vor.

 

1. Was genau macht euer Projekt?

Wir möchten verschiedene örtliche Akteur*innen vernetzen: Landwirt*innen, Kleinbrenner*innen und Imker*innen, Lebensmittelproduzent*innen und Konsument*innen sollen durch die Schaffung einer Ölmühle und eines Regionalmarktes („Hüsemer Genussmarkt“) zusammengeführt werden. Unsere Projektüberschrift lautet daher: „Von der Ackerscholle bis zum Konsumenten: Lebensmittel lokal, transparent, nachhaltig, inklusiv, fair und ökologisch erzeugen und vermarkten“.

Hinzu kommen die Schwerpunkte Biodiversität und Inklusion. Der Anbau alter Pflanzen- und Getreidesorten durch örtliche Landwirte soll den Lebensmitteln wieder einen stärkeren lokalen Bezug geben und die Feldbestellung ökologisch aufwerten. Die Preisfindung für die Lebensmittel muss für alle Seiten fair und nachvollziehbar sein – für die Landwirt*innen, die auf ihren Feldern historische Sorten anbauen, die weiterverarbeitenden Produzent*innen in der Ölmühle, die Verkäufer*innen im lokalen Genussmarkt und die Konsument*innen, die diese Produkte kaufen. Bei einem lokalen Produkt lässt sich die Wertschöpfung über die gesamte Kette transparent aufzeigen.

In der Nachbarschaft zur Ölmühle und dem Hüsemer Genussmarkt entsteht in den nächsten zwei Jahren ein Wohnhaus der Caritas für 36 Menschen mit Behinderung. Gelebte Inklusion bedeutet, dass auch für Menschen mit Behinderung werthaltige Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies möchten wir leben und umsetzen. Auf mehreren Ebenen sollen Menschen mit Behinderung bei der Produktion der Lebensmittel (Ölmühle), beim Verkauf (Hüsemer Genussmarkt) und bei der Belieferung der Konsumenten (Hauslieferservice mit einem E-Bike-Lastenfahrrad) eingesetzt werden. Mehrere Arbeitsplätze sollen so dauerhaft entstehen.

 

2. Wie ist diese Projektidee entstanden? Wer hat hier mitgewirkt?

Ehrlich gesagt, die Idee entstand aus der Not heraus auf der Suche nach neuen Inhalten für ein geplatztes Inklusionsprojekt. Seit Mai 2014 arbeiten in unserem inklusiven Kaffeehaus Café de la Vida Menschen mit und ohne Behinderung erfolgreich zusammen. Aus einem Schulprojekt mit einer Ölmühle im elsässischen Wittisheim entstand schließlich die Idee, selbst eine Ölmühle aufzubauen. Daraus entwickelte sich dann das jetzige Projekt. In einer Zusammenstellung von fünf Überseecontainern möchten wir die Kaffeerösterei „Puro Café“, die „Hüsemer Ölmühle“ und den „Hüsemer Genussmarkt“ entstehen lassen. Das Wort „Hüse“ steht übrigens im Alemannischen für unseren Ort Rheinhausen, für die Häuser am Rhein.

 

3. Welche Schritte plant ihr gerade?

Aktuell stehen wir vor dem Problem, dass mit der wieder anziehenden Weltkonjunktur nach der Corona-Krise in China in den letzten Wochen auch die Containerpreise stark angestiegen sind. Damit erhöhen sich auch die Kosten für unsere Überseecontainer. Zur Zeit suchen wir nach Lösungen, wie diese Mehrkosten aufgefangen werden können.

 

4. Aus deiner Sicht: wie gut kooperieren Akteure aus deinem Bereich schon?  Wie kann die Kooperation ausgebaut werden, um eure Arbeit zu verbessern oder zu erleichtern?

Wir hatten ein erstes Treffen mit den örtlichen Landwirt*innen, Kleinbrenner*innen und Imker*innen. Diese zeigten sich an einer Zusammenarbeit im Rahmen unseres Projektes sehr interessiert. Gemeinsam möchten wir unter dem Namen „Hüsemer Genusswerkstatt“ eine Marke für die lokal erzeugten Lebensmittel entwickeln. Also, der Anfang ist gemacht. Jetzt geht es darum, mit den Überseecontainern auch einen Ort für die spätere Vermarktung der Produkte zu schaffen.

 

5. Was macht die Kooperation mit dem KOPOS Projekt für euch interessant?

Durch KOPOS erhält unser Projekt eine ganz andere Aufmerksamkeit und Reichweite. Dies ist für uns wichtig, da wir zum einen auf die Mitarbeit und Unterstützung von Ehrenamtlichen setzen. Zum anderen benötigen wir eine positive Resonanz für unser Projekt, da die Gemeinde Rheinhausen die Mehrheitsgesellschafterin der verantwortlichen Café de la Vida-Gesellschaft ist, einer juristischen Person in der Rechtsform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Seit unserer Aufnahme als KOPOS-Pilotpartner erhalten wir viele positive Rückmeldungen aus der Einwohner*innenschaft, was für den notwendigen Rückenwind für die tatsächliche Umsetzung unseres Projektes sorgt.